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Kopfschmerzen bei Jugendlichen
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Symbolbild

Es gibt mehr als 200 Arten von Kopfschmerzen. Zwei sind bei Teenagern besonders häufig: Migräne und Spannungskopfschmerz. Klagen Teenager regelmäßig über Kopfschmerzen, sollten bei den Eltern die Alarmglocken läuten.

Ein anstrengender Schultag und viele Hausaufgaben, Stress mit den Lehrern, zu Hause oder mit den Mitschülern, Prüfungen – das alles kann zu Kopfschmerzen führen. Oft sind es Spannungskopfschmerzen, die mit Stress und teils muskulären Verspannungen auftreten.

Jedes zweite Mädchen und ein Viertel der Jungen zwischen 12 und 15 Jahren gaben bei einer repräsentativen Studie in Vorpommern an, unter wiederholten Kopfschmerzen zu leiden. Aber nur jeder vierte Jugendliche konsultiert bei wiederkehrenden Kopfschmerzen einen Arzt. Das bereitet den Experten Sorgen, denn eine „Kopfschmerzkarriere“ beginnt oft schon in jungen Jahren. Hier wäre es wichtig, rechtzeitig Strategien zu entwickeln, um eine Chronifizierung der Schmerzen zu verhindern. Deshalb: besser einmal mehr zum Arzt!

Lebensumstände als Auslöser von Kopfweh

Häufig treten Kopfschmerzen bei Jugendlichen auf, die auch wiederholt an Rückenschmerzen leiden. Verspannungen und Nacken- oder Schulterschmerzen spielen ebenfalls eine Rolle, aber auch erhöhter Medienkonsum wie Musik oder Computerspiele und Alkoholgenuss. Auch die mit dem Eintritt der Pubertät verbundenen hormonellen Veränderungen beeinflussen das Auftreten von Kopfweh. Ebenso der angestrebte Schulabschluss: Bei Gymnasiasten ist das Risiko für Kopfschmerz am höchsten, gefolgt von Real- und Hauptschülern.

Was tun bei Kopfweh

Mit Entspannung, Bewegung und Ablenkung sind sie meist in den Griff zu bekommen. Wichtig ist, die Stressauslöser zu verringern.

Migräne

Eine Migräne wird oft von Übelkeit, Erbrechen oder auch Bauchschmerzen begleitet. Häufig besteht auch licht-, geräusch- und geruchsempfindlich. Die Schmerzen treten gerade bei Teenagern oft plötzlich auf. Sie können so schwer werden, dass man meint, der Kopf platz gleich. Dieser Zustand kann mehrere Stunden bis selten auch Tage andauern, sodass an Lernen, Schule oder Sport nicht zu denken ist.

Wichtig ist, dass man eine Migräne-Attacke so früh wie möglich erkennt, um mit geeigneten Medikamenten vorzubeugen. Einige Attacken kündigen sich mit einer Aura an. Das können Lichtblitze im Gesichtsfeld sein, Zick-Zack-Linien, blendende Kreise oder Vierecke. Sogar die Sehkraft kann nachlassen oder einseitig ganz ausfallen. Auch Kribbeln, Taubheitsgefühl oder Sprechstörungen sind möglich.

Das alles kann Angst machen und natürlich müssen bei solchen Symptomen auch immer andere Erkrankungen abgeklärt werden. Aber im Normalfall verschwinden die Aura-Symptome nach ein paar Stunden wieder. Wer also weiß, dass sich seine Migräne so ankündigt, kann rechtzeitig handeln. Öfter jedoch tritt die Migräne-Attacke plötzlich und ohne Aura auf. Zudem gibt es noch die „stille“ Migräne, die sich zum Beispiel in stechenden Magenschmerzen ohne Kopfschmerzen äußern kann.

Auslöser finden

Bisher weiß man noch nicht, wodurch genau eine Migräne ausgelöst wird. Nach aktuellem Wissensstand besteht eine genetische Veranlagung. Das bedeutet, der Betroffene reagiert auf bestimmte Auslöser mit einer Migräne. Faktoren, die eine Rolle spielen können, sind zum Beispiel ein bestimmtes Freizeitverhalten oder Essgewohnheiten. Hier lohnt es sich genauer hinzuschauen und ein Migräne-Tagebuch zu führen.

Richtig behandeln

Neben einer Anpassung des Lebensstils gehören auch Schmerzmittel wie Paracetamol und Ibuprofen in Kombination mit Medikamenten gegen Übelkeit zur Behandlung einer Migräne. Am besten helfen die Mittel, wenn sie so früh wie möglich, also zu Beginn der Migräne-Attacke eingenommen werden. In der Aura-Phase helfen die Mittel meistens nicht, doch wer eine Aura hat, kann sich so schon vorbereiten, da er weiß, dass die nächste Attacke bevorsteht.

Tagebuch führen

Ein Migräne-Tagebuch kann helfen, herauszufinden, was die Attacken auslöst. Im Tagebuch werden nicht nur Häufigkeit und Intensität der Attacke festgehalten. Es sollten auch soviel Details wie möglich aufgeschrieben werden. Zum Beispiel:

– Was und wann habe ich gegessen/getrunken?

– Was habe ich gerade gemacht?

– Habe ich ausreichend geschlafen?

– Zu welcher Uhrzeit tritt die Attacke auf?

– Wie fühle ich mich gerade?

– Ist eine Aura aufgetreten? Wenn ja, was und wie lange?

– Wie lange nach der Aura haben die Kopfschmerzen angefangen?

– Für Mädchen: Wann war meine letzte Periode?

Migräne vorbeugen

Zum Glück gibt es einige Tricks, die dabei helfen, die Migräne-Attacke zu vermeiden oder sie weniger stark ausfallen zu lassen:

Ein routinierter Tagesablauf kann dabei helfen, Migräne in den Griff zu bekommen.
Versuchen, sich nicht mit zu vielen Hobbys und außerschulischen Verpflichtungen unter Stress zu setzen. Auch zu langes Sitzen oder Spielen am Computer kann eine Migräne auslösen.
Falls man nur noch unter Dauerstress steht oder immer niedergeschlagen ist und keine Kraft mehr hat, mit den Eltern und Lehrern darüber sprechen. Gemeinsam kann man Wege finden, den Stress zu verringern. Entspannungsübungen und regelmäßige Pausen helfen.
Ausdauersport wie Joggen, Schwimmen oder Radfahren können einen positiven Einfluss auf die Migräne haben. Auch Muskelentspannungsverfahren und Biofeedback können wirksam sein.  
Das Auslassen von Mahlzeiten und Flüssigkeitsmangel können eine Migräne begünstigen. Auch einige Lebensmittel sind mögliche Auslöser, unter anderem Tee oder Kaffee, Alkohol, Schokolade, Zitrusfrüchte oder Käse.

Richtig dosieren

Schmerzmittel selbst können Migräne auslösen, wenn man sie über einen langen Zeitraum regelmäßig einnimmt. Normale Schmerzmittel sollten daher nicht häufiger als 10 bis 15 Tage im Monat genommen werden. Migräne spezifische Medikamente, sogenannte Triptane, sind für Kinder unter 12 Jahren nicht geeignet und sollten immer durch einen Arzt verordnet werden.

Daniela Tischer,

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